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Fatbike Tour Prag Silvester 2015/16

Romantische, enge Gassen und antike Kopfsteinpflasterstraßen bilden das ...
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Fatbike Tour Prag Silvester 2015/16

Fatbike Silvester Tour 2016Fatbike Silvester Tour 2016

Romantische, enge Gassen und antike Kopfsteinpflasterstraßen bilden das Stadtbild von Prag und ist daher einzigartig unter den europäischen Hauptstädten. Über mehrere Hügel erstreckt sich Prag, auf denen man den Sonnenuntergang in spektakulären Farben über den Dächern des riesigen historischen Stadtzentrums bestaunen, aber auch den Tag genüsslich am Ufer der Moldau ausklingen lassen kann. Ein idealer Spielraum für unsere dicken Reifen.

Prag scheint alle Eigenschaften aufzuweisen, Personen mit gesundem Menschenverstand abzuhalten, mit dem Fahrrad durch die Straßen zu fahren - aber dennoch ist das Fahrrad ein attraktives Mittel, um schnell von A nach B zu kommen. Jedes Jahr fahren immer mehr Menschen mit dem Fahrrad in die Schule, zur Arbeit, zum Einkaufen oder verbringen ihre Freizeit darauf. Derzeit liegt der Anteil der Radfahrer in Prag bei etwa zwei Prozent, was erstaunlich wenig ist, obwohl die Tschechen eine Fahrrad verrückte Nation sind. Die meisten von ihnen haben ein teures Mountainbike zu Hause stehen,  dass sie am Wochenende auf ihre Autos laden, um in der wunderschönen Landschaft zu biken. Die Radwege entlang der Moldau laden beispielsweise besonders in den Morgenstunden zu einer außergewöhnlich schönen Fahrt ein. Es gibt sogar einen Fahrrad Highway mit einem Tunnel nur für Radfahrer. Dieser ultramoderne Teil der Prager Fahrradinfrastruktur, der auf einer verlassenen Bahnstrecke angelegt wurde, ist ein Beispiel dafür, wie einfach Radwege geschaffen werden könnten. Die Prager Fakten hören sich doch verdammt gut an - ab in unserer Silvester-Fatbike- Abenteuer und rauf auf die Hügel!

Unser Wetterdienst gab ein paar Tage vor dem Jahresende grünes Licht, während er für unsere Heimat Schmuddel Wetter ansagte, so packten wir die beiden fetten Mountainbikes ins Auto, warfen Rucksack, Bike Klamotten und Helm hinterher, besorgten uns  Autobahn-Vignette und fuhren in den frühen Morgenstunden am letzten Tag des Jahres 2015 nach Prag. Das Auto stellten wir auf einem überwachten Park & Ride Parkplatz im Vorort Zličín ab. Warm eingepackt ging es die wenigen Meter mit dem Fatbike zur Metro Station und ab unter die Erde. U-Bahn surfen Richtung Zentrum, doch auf unseren Tagesplan stand fett geschrieben, TOČNÁ. Nach acht Stationen war unser erster Ausgangspunkt, Smíchovské nádraží, erreicht.

Wir folgten den Fahrrad-Highway flussaufwärts entlang der Moldau, leider ohne GPS-Gerät, denn dieses haben wir zuhause liegen gelassen. So begann das Abenteuer schon recht früh. Neben den zahlreichen, künstlich von Menschenhand erschaffenen Stadtspielplätzen für unsere beiden DICKEN, waren wir gezwungen, nach dem richtigen Weg zu fragen. Mit ein paar wenigen tschechischen Wörtern, unserer Muttersprache, einer Prise Englisch und Handzeichen, fanden wir mit den ersten beiden tschechischen Bikern das beste Navigationsgerät, was man in einer fremden Stadt nur haben kann. Wir rieben uns schon fast buchstäblich die Augen -  im eigenen Land deutet man nur mit der Hand grob in die richtige Richtung - an dieser Gastfreundlichkeit könnte sich so manch einer eine Scheibe abschneiden.

Die Reise entlang der Moldau Richtung Točná kam endlich nun buchstäblich richtig ins Rollen.

SAM BASE TOČNÁ

Sam Base Točná - Flugabwehrraketen Base

Die ehemalige Flugabwehrraketenbasis liegt nur einen Steinwurf vom kleinen Dorf Točná entfernt, einem Vorort von Prag. Sie sollte die Hauptstadt des Landes gegen Luftangriffe der NATO-Staaten im Kalten Krieg verteidigen. Das angespannte Verhältnis der USA mit der Sowjetunion ließ damals ein unglaubliches Kriegsarsenal entlang des Eisernen Vorhangs entstehen. Das Land war ein wichtiges Glied des Warschauer Paktes. Prag war damals die Hauptstadt der Tschechoslowakei.

Zum Glück kam es nie zum Ernstfall

Mit dem Ende das Kalten Krieges und die Verringerung des Verteidigungshaushaltes wurden zahlreiche militärische Einrichtungen aufgeben. Unter ihnen ein Netz von Flugabwehrraketenbasen rund um Prag, deren offizielle Mission es war, die Stadt Prag gegen Luftangriffe zu schützen. Aber dennoch waren auch viele Langstreckenraketen auf den militärischen Einrichtungen stationiert. Rund um Prag gab es etwa zehn Flugabwehrraketenbasen, von denen kann man nur Točná und Miškovice frei erkunden kann. Die anderen sind entweder in Händen von privaten Eigentümern oder noch aktiv als militärische Einrichtung.

KLASSE, SUPI, GEIL - uns fehlten echt die Worte! Klatschen uns ab und erkundeten die verlassene Flugabwehrraketenstation. Dabei reifte eine neue Idee für ein Bike-Wochenende 2016 mit jeder Menge Fahrspaß, Spiegelreflexkamera, Action Cam und natürlich unserer kompletten Gruppe. Fahrtechnik Training für jedermann, tolle Bilder, aber einfach mal wieder die liebe Zeit einfach Zeit bleiben lassen und das Leben so richtig genießen.

Doch unsere Erkundungstour begann gerade erst, wir suchten nach dem Trail, wegen dem wir eigentlich hier den Hügel hoch gestrampelt sind, und fanden ihn auch recht schnell. Doch wir fanden viel mehr - wir kommen bald wieder - nach der Winterpause. Ausgemacht, Versprochen und das wird nicht gebrochen! :-)

Doch wir mussten leider zurück, hatten  ja noch was anderes vor. Die Erde dreht sich ohne Pause weiter, wärmende Sonnenstrahlen erreichten uns nur noch spärlich und die Moldau tat ihr übriges, es wurde kalt. Viele bewegungssüchtige Prager taten es uns ähnlich und schafften Platz für das Silvester-Menü, falls sie bis dahin ihre Kiefer wieder eingerenkt bekamen.

Wir fielen auf - so FETT sind wir doch gar nicht!
Schauen wir aus wie Außerirdische, die von einer geheimen Mission zurück kamen?

Auch unser mitgebrachter Proviant wurde immer weniger, es wurde Zeit für ein warmes Abendessen. Doch vorher steuerten Jürgen und ich noch den auf dem Hinweg entdeckten Pump Track an, denn den letzten Trail 2015 haben wir bereits gesurft und überlebt obwohl einige Kreuze entlang der Strecke hoffentlich nur aus reiner Vorsichtsmaßnahme aufgestellt wurden, und nicht Unglücksorte oder letzte Ruhestände ehemaliger gleichgesinnter Mountainbiker markierten.

Bei unserem Prager Silvester Trip wollten wir natürlich auch die Stadt erkunden. Wir folgten der Moldau flussabwärts, durchquerten die Nové Město (Neustadt) und kamen irgendwann doch mal in der Starě Město (Altstadt) an. Auf den Weg fuhren wir an zahlreichen Sehenswürdigkeiten vorbei, aber auch an zahlreichen langen Treppenanlagen, die wir gerne mit dem Fatbike oder Enduro mal surfen möchten. Ein kleines Drehbruch spukte uns beiden bereits im Kopf herum, aber unser Loch im Bauch trieb uns weiter zur Futterstelle. Dabei lernten wir so viele neue Eindrücke kennen, die wir in unserer Heimat nicht mehr kennen. Autos hupen einen an, Leute bremsen einen aus oder man wird einfach nur beschimpft, doch nicht hier in Prag, ein wahres Biker Paradies.

Wir hielten an unserem Plan fest, die Prager Altstadt über das Prager Wahrzeichen, zu dem Karl IV. im Jahr 1357 den Grundstein legte und die Kleinseite (Malá Strana) mit der Altstadt verbindet, der Karlův most (Karlsbrücke) zu erkunden. Auf dem Weg dorthin mussten wir auch einige Stufen in Kauf nehmen. Ich selber schob auf den glatten Stufen mein Fatbike nach unten, hielt die entgegenkommen Menschen auf, während Jürgen von den anderen Menschen oben höflich die Vorfahrt eingeräumt wurde und mit Beifall und Erstaunen die Treppe ohne Probleme, Schimpfwörter oder ähnlichen surfen konnte. Bevor wir in die Prague Starě Město abtauchten, ließen wir es uns nicht nehmen, die vielen Treppen des Kleinseitner Brückenturm zu besteigen, um den Ausblick über den Dächern von Prag zu genießen. Die beiden fetten Dinger mussten natürlich unten bleiben, aber auch hier zeigte sich Prag von der besten Seite. Gleich neben dem Ticketschalter in der Eingangshalle wurden so die beiden Fatbikes  gut bewacht und natürlich von allen Seiten bestaunt, fotografiert und bestimmt auch in Facebook gepostet. Fatbikes eröffnen einfach viele verschlossene Türen, was wir ja schon im zweiten Jahr kennen lernen durften. Auch von den „Anti-Mountainbike-hau-denen-eine-kräftige-auf-die-Nase-und-zwischen-den-Beinen-wenn-sie-ausgerechnet-meinen-Pfad-befahren-Fraktion“, kam steht’s ein Lächeln, ein lockerer Spruch und hundertprozentig ein kurzer Small Talk bis hin zur Frage: „Dürfen wir ein Foto machen?“ Die kurze Zeit im Brückenturm nutzten wir natürlich ausgiebig, denn jetzt wird es eng. Prag ist immer gut besucht und da die Silvesterstunde immer näher rückt, auch dementsprechend viel los. Guter Rat ist teuer, aber wir beschlossen, uns mit unseren Bikes über die Karlsbrücke in die Altstadt zu kämpfen, aber dann wegen den vielen  Menschen unsere Fatbikes zurück zum Auto zubringen. Doch der Abstieg vom Turm wäre mit den Rädern viel schneller gegangen, Turm surfen vom feinsten. Jürgen: Aktivposition - Lächeln - und nicht stürzen!  Alles wird auf der Chipkarte fest gehalten!

So genossen wir Meter für Meter der Brücke ausgiebig, um Prag aus einer der beliebtesten Perspektive zu bestaunen. Die schlechte Wetterfront, die zuhause bereits den ganzen Tag für Couchsport sorgte, kam Stück für Stück über die Moldau, um die ganze Stadt unter der Wolkendecke zu verstecken, genauso wie es unser Wetterdienst vorher gesagt hatte. Auch der Tag neigte sich langsam dem Ende zu und unser Hungerloch im Bauch ist auch noch nicht gestopft. Ab zur Metro, zurück zum Auto, dort Räder verstauen, umziehen und ab zum „Goldenen Busen der Natur“. Doch das riesige Einkaufscenter in Zličín schloß leider in einigen Minuten, nichts geht mehr, bitte verlassen sie das Gebäude. Stark unterzuckert kämpften wir uns zurück in die Metro, fuhren zurück ins Zentrum und waren heilfroh, mit letzten Kräften endlich vor der rettenden Futterausgabe zu stehen. Endlich hatten wir  kostenloses WLAN zur Verfügung, um den daheimgeblieben bestes Ausflugswetter mit blauen Himmel, Sonnenschein und zwei Mountainbike-Freaks nach Hause zu schicken, aber auch den ersten Post in Facebook abzusetzen und euch allen einen „GUTEN RUTSCH INS NEUE JAHR“ zu wünschen.

Auch bei Nacht zeigte sich die Prager Stadt von ihrer Besten Seite. Ein letzter City Nightride in den letzten Zügen der alten Bike-Saison wäre ein weiteres Highlight einer traumhaften Mountainbike-Saison gewesen. Doch man kann nicht alles haben, auch wenn die Straßen neben den Partymeilen fast Menschenleer waren. Zu Fuß konnten wir die Stadt auch sehr gut erkunden und auf jedem großen Platz lockten Stände mit  landestypischen  Leckereien, die nicht nur gut aussahen, sondern auch schon von Weitem einen das Wasser im Mund zusammenlaufen ließ. Die Weihnachtsbeleuchtung hing noch, was der Prager Stadt …

… von unserer Seite her sämtliche Höchstnoten bescherte. So fanden wir es traurig, nur diesen einen Tag zur Verfügung zu haben. Hotelzimmer waren völlig ausgebucht, Pensionen und Jugendherbergen belegt und in der Silvesternacht wollte natürlich jeder was vom Kuchen abhaben, die Preise schossen uns Uferlose. Daher haben wir schon Tage zu vor beschlossen, der Fahrer bleibt trocken und muss auf Bier, Schnaps etc. verzichten um die zweistündige Heimreise irgendwann im Neuen Jahr hinter sich zu bringen. Eine An- und Abreise mit dem Zug hatten wir auch im Gespräch. Der historische Bahnhof hat seine besten Zeiten auch schon hinter sich. Schmutzig präsentierte er sich uns. Eigentlich schade wenn man sich kurz vorstellt, als es kein Auto, Flugzeug gab, was hier los gewesen sein musste. Dampflokomotiven schnauften ins Gebäude und die Fahrgäste verließen die große Halle - eine tolle Hauptstadt. Für Prag alleine sollte man sich unbedingt mehr Zeit nehmen, um die zahlreichen Sehenswürdigkeiten unter die Lupe zu nehmen. Wir kommen auf jeden Fall wieder!

 

Vorbei am Pulvertor, dem Nationaltheater, Altstädter Rathaus, Tanzendes Haus, Wenzelsdenkmal, Kunstwerken, schmalen Gassen, Kneipen - eine lange Liste, um wirklich jeden Millimeter der Neu- und Altstadt zu erkunden. Alleine für die Prager Burg sollte man sich viel Zeit einplanen. Kirchen, Parkanlagen, aber auch eine Schifffahrt auf der Moldau, doch heute ist die Silvesternacht. Ab auf den von historischen Bauten gesäumten Altstädter Ring (Staroměstké náměstí), der zu den schönsten Plätzen der Welt zählt. Die Silvester-Party ist voll im Gange, Live-Band, Essen und Getränke ohne Ende. Wir tauchten ab ins Menschenmeer und feierten den Jahresausklang mit tausenden wildfremden Menschen.

Da spielte es auch keine Rolle mehr, dass es kurz vor Mitternacht zu schneien anfing und unser Wetterdienst wegen einer Stunde das Wetter falsch vorher gesagt hat. Punktlandung

NOTE EINS MIT STERN!


www.mtboberpfalz.de - Stand Februar 2016

Wer später bremst, ist länger schnell!

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