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Die Oberpfalz in drei Etappen, über Goldsteig und Nurtschenweg

Mit 200 Kilometern und 4.300 welligen Höhenmetern ist die Runde durch den Oberpfälzer Wald zwar keine Spazierfahrt, aber auf jeden Fall ein großes Vergnügen. Denn immer wieder sorgen Singletrail-Abschnitte für Abwechslung und Glücksgefühle.

"Doa woa d'Hosen Husen und d'Hasen Hosen hoassen." Ja, hier herrscht wirklich tiefste Oberpfalz. Dies stellte Matthias Rotter, freier Journalist fürs BIKE Heft sehr schnell fest. Kam aber nach den drei Tagen Oberpfalz sehr gut damit zu recht. Man kann aber auch so viel Zoiglbier ins sich rein schütten, bis sich die eigene Aussprache an die einheimische Bevölkerung angepasst hat. Doch davon raten wir ab, denn die Nebenwirkungen des Oberpfälzischen Zaubertranks konnten bis zum heutigen Tag immer noch nicht wissenschaftlich erklärt werden.

„Mein Gott, hier könnte ruhig mal jemand aufräumen. Wie Mikado-Stäbchen liegen umgefallene Bäume kreuz und quer“, so fing Matthias Rotter den Bericht im Heft an. So schlimm ist es nicht. Die Wochen zu vor hingen Wochen lang dunkle Wolken am Himmel die geweint haben. Unsere Region kam recht glimpfig davon, andere hat es viel schlimmer erwischt. Die Bilder von der überschwemmten Autobahn A3 bei Deggendorf sind noch nicht vergessen und viele Opfer kämpfen vor dem Winter immer noch um ihre Existenz. „Die Hitze steht im Wald wie eine dickflüssige Masse. Schweißbäche rinnen über die Schläfen und tropfen vom Kinn aufs Oberrohr. Nur nicht stehen bleiben! Sonst machen sich unverzüglich durstige Stechmücken über die blanken Hautstellen her“, so schrieb Matthias weiter. Da war es eigentlich schon verrückt Bike Urlaub in der eigenen Region zu machen. Die Natur hat uns dafür mit zahlreichen Stichen bestraft.

Aber nun endlich zur landschaftlich reizvollen Tour.

Goldsteig und Burgenweg verlaufen auf der ersten Etappe parallel. Statt in Marktredwitz startet die drei Tages Tour im benachbarten ruhigeren Waldershof. Hier baut Cube ihre Hightech Rennmaschinen. Am Sportgelände ist ein Großer Parkplatz, den wir als Ausgangspunkt der Oberpfalz Runde gewählt haben. Die Route ist perfekt ausgeschildert. Wenn man der goldgelben Schlangenlinie folgt, ist die erste große Hürde, die Burgruine Weißenstein (863 m) im Naturpark Steinwald. Diese wurde zwischen bizarren Felstürmen erbaut. Nach Durchquerung einer idyllischen Seenlandschaft südlich von Wiesau erreicht man die Burg Falkenberg. Ab hier folgt man der Waldnaab flußabwärts, die sich mit zahlreichen Kurven durch die Gegend schlängelt. Das Flüsschen hat sich Canyon artig tief in die Landschaft gefräst. Eigentümliche Riesenpflanzen, ausgehöhlte Steine, Wassersrudel und Eisvögeln, eine andere Welt. Nach einer kurzen Energierast in einer Windischeschenbach Zoiglstube geht es teilweise flowig wellig über Neustadt nach Theisseil wo einem noch einmal die Schweißperlen auf der Stirn stehen. Der Fischerberg (633 m) muss noch vor der ersten Übernachtung unter die Räder genommen werden. Am Wochenende wartet der Vierlings-Aussichtsturm mit grandioserer Fernsicht. Der letzte Trööl (Oberpfälzer Dialekt) bergab bringt einem am Ende des Tages zum Glück direkt ins Hotelbett.

Der zweite Tag beginnt gleich mit einigen schmerzhaften Wellen und ein netter Trail führt hinunter ins Lerautal. Flussabwärts geht es weiter durch die kleine Wolfslohkammer bevor uns eine steile Rampe hinauf zur Burg Leuchtenberg wertvolle  Körner kostet. In Leuchtenberg verlässt man den Goldsteig. Ein Singletrail (weiß-blaue Markierung) kurvt in Richtung Vohenstrauß wo man auf dem Bockl-Radweg, einer ehemaligen Bahntrasse, zügig weiter nach Pleystein rollt. Ab hier folgt man den Glasschleiferweg (Glas-Symbol) durchs wildromantische Zottbachtal. Unbedingt einen Blick in die historische Glasschleiferei an der Hagenmühle werfen. Auch an der Wassermühle in Gehenhammer (Georgenberg) sollte man unbedingt halt machen und sich dort die deftige Brotzeit schmecken lassen. Nach dem knackigen Anstieg (Nurtschenweg) zur Burgruine Schellenberg folgt eine herrliche Waldweg-Passage mit abwechslungsreichen Trail entlang der tschechischen Grenze. An der Waldnaabquelle vorbei rollt man zum Glück fast nur  noch bergab bis nach Bärnau zum zweiten Übernachtungsort.

Von Bärnau bis kurz hinter Neualbenreuth bleibt der Nurtschenweg (gelb-rot-gelbe Markierung) unser bester Freund. Nur ab Mähring bis hinauf zum tschechischen Grenzkamm folgt man am besten der Landstraße. Hier könnte wirklich mal jemand aufräumen. Teilweise sieht man den Wanderweg vor lauter Bäumen nicht mehr. In ständigen Auf und Ab geht es den alten Grenzpfad entlang des Grenzkamms. Unterhalb des Tillenbergs (Dylen) passiert man den geografischen Mittelpunkt Europas bevor ein tief in die Landschaft ein geschnittener kurzer Trail uns in Richtung Grenzlandturm bringt. Dort lohnt es sich abermals einen letzten Blick vom Turm über das Mittelgebirge zu werfen. Über Mitterteich und dem Teichelberg im Steinwald, einem alten Basalt-Vulkankegel wo noch Luchse und andere Wildkatzen durchs dunkle Gehölz steifen geht es zurück nach Waldershof. Kurz nach Neualbenreuth haben die Dämpfer der langhubigen Bikes endlich Zeit sich auszuruhen bevor sie wieder Tage lang auf ein neues Abenteuer warten müssen.

Unvergessliche drei Tage mit dem Bike Magazin die ein Leben lang in Erinnerung bleiben werden, gingen viel zu schnell zu Ende. Mit dem Rückblick bleibt uns an dieser Stelle nur noch eins übrig, DANKE zu sagen!

Danke an Matthias Rotter, dem Bike Magazin, Wolfgang Beer, Gerald Lenk und Petrus der uns bestes Wetter beschwert hat. Aber auch ein großes Danke an unsere Familien die einige Tage ohne uns auskommen mussten bzw. mal endlich Ruhe von uns hatten. 

Übernachtsvorschläge:

1. Tag - Hölltaler Hof, Oberhöll 2, 92637 Weiden

            www.hoelltaler-hof.de

2. Tag - Gasthof zur Post, Marktplatz 8 - 9, 95671 Bärnau

            www.gasthofzurpost-baernau.de

3. Tag - Landgasthof zum Hirschen, Rodenzenreuth 5, 95679 Waldershof

            www.zum-hirschen.com

www.MTBoberpfalz.de - Stand 10/2013

Erst wenn fremde Menschen unsere Heimat berreisen und davon schwärmen, schätz man die Schönheiten der eigene Region wieder etwas mehr!

GPS Daten

Gesamtlänge 200 km
Höhenmeter 4.300 hm
Fahrzeit 21,5 - 25 Std.
Kondition 5
Technik 4
Natur 5
Panorama 5
Schnitzelindex 4
Schwierigkeit S2

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3. Etappe